PG Gemeinsam unterwegs
Geistiges Wort zu Ostern – Und wir, die wir dann zur Feier versammelt sind, lassen uns hineinnehmenin das große Geschehen zwischen Gott und Mensch: Hörend undsehend, singend und betend nehmen wir teil an den Heilstaten Gottes.Nur so ist es möglich, in den überschwänglichen Jubel des „Exultet"mit einzustimmen. „Dies ist die Nacht" hieß es da – „dies ist die Nacht,die unsere Väter aus Ägypten befreit und durch die Fluten des RotenMeeres geführt hat". – „Dies ist die Nacht, in der die leuchtende Feuersäuledas Dunkel der Sünde vertrieben hat". – „Dies ist die Nacht, inder Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Siegerhervorstieg".-„0 wahrhaft selige Nacht!"

Im Januar 1996 war der damalige Präsident des Staates Israel, Ezer
Weizmann, zu Gast in Deutschland. Er hielt vor dem Bundestag eine
Rede, die bis heute unvergessen ist. Er brachte damals zum Ausdruck,
was für einen gläubigen Menschen „Erinnerung" bedeutet:
Jeder einzelne Jude müsse sich so verstehen, als ob er dabeigewesen
sei. Wörtlich: „Ich war ein Sklave in Ägypten und empfing die Thora
am Berg Sinai. Mit Josua überschritt ich den Jordan, mit König
David zog ich in Jerusalem ein. Ich habe Jerusalem an den Wassern
von Babel nicht vergessen, und als der Herr Zion heimführte, war ich
unter den Träumenden. Ich habe gegen die Römer gekämpft und bin
aus Spanien vertrieben worden. Ich habe meine Familie in Kishinev
verloren und bin in Treblinka verbrannt worden."
Unheil und Heil werden in der Erinnerung zur Gegenwart; alles ist ein
einziges Heute; jeder Gläubige ist dabei. – So sinngemäß die Worte des
Präsidenten Ezer Weizmann.
Genau diese Form der Erinnerung steht hinter unseren liturgischen
Feiern besonders lebendig am Gründonnerstag, am Karfreitag und in
der Osternacht. Alles ist ein einziges Heute. Die ganze Heilsgeschichte
ist mystische Gegenwart.
Und wir, die wir dann zur Feier versammelt sind, lassen uns hineinnehmen
in das große Geschehen zwischen Gott und Mensch: Hörend und
sehend, singend und betend nehmen wir teil an den Heilstaten Gottes.
Nur so ist es möglich, in den überschwänglichen Jubel des „Exultet"
mit einzustimmen. „Dies ist die Nacht" hieß es da – „dies ist die Nacht,
die unsere Väter aus Ägypten befreit und durch die Fluten des Roten
Meeres geführt hat". – „Dies ist die Nacht, in der die leuchtende Feuersäule
das Dunkel der Sünde vertrieben hat". – „Dies ist die Nacht, in
der Christus die Ketten des Todes zerbrach und aus der Tiefe als Sieger
hervorstieg". –
„0 wahrhaft selige Nacht!"

 vergrößern"Auferstandener" (Holz) in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Rimpar Franz-Ludwig Ganz

Eben dies gilt für uns auch, an diesem Fest der Auferstehung. Diese
Osternacht also, die Nacht vom 4. auf den 5. April des Jahres 2015,
dies ist die Nacht, in der jeder von uns die Stunde des Heils erlebt: in
der wir nicht nur Zeugen seiner Auferstehung sind, sondern auch selbst
Anteil gewinnen an seinem neuen Leben, – die „Nacht, die Himmel
und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet", – die Nacht, die
jeden Einzelnen von uns der Finsternis entreißt und mit Gottes Licht
erfüllt.
„Dies ist die Nacht!" – Und wir lassen uns mitreißen und feiern
Ostern.
Ich wünsche Ihnen eine heilsame und gesegnete Frohe Ostern!

Im Namen des PastoralteamsDiakon Franz-LudwigGanz
­